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Korridore der Ausbeutung, Korridore der Entwicklung Korridore verbinden Türen. Der Korridor an und für sich ist nutzlos, ein Korridor ohne Tür macht keinen Sinn. Korridore sind aber auch selbst Räume, in dem sich Bewegung abspielt. Und Korridore sind in Mosambik kürzlich wieder in Mode. Entwicklungskorridore. Dem Konzept, ein ganzes Land überfallsartig zu entwickeln, wird die Idee des Korridors gegenübergestellt. Entwicklung spielt sich, so die Theorie, um den Korridor herum ab. Der Entwicklungskorridor strahlt aus. Mitte des 17. Jahrhundert speisten zwei wirtschaftliche Korridore den Sklavenhandel in der Delagoa-Bucht. Über den Inkomati und den Maputofluß wurden Sklaven bis zu 300 Kilometer aus dem Hinterland an die Küste gebracht. Seit den 30er Jahren spielten die Beziehungen des portugiesischen Mosambiks mit den Nachbarländern eine herausragende Rolle. Nach der Entdeckung von Gold und Diamanten in Südafrika arbeitete eine große Zahl von Mosambikaner in den Bergwerken von Kimberley und des Witwaterrands. Bis zur Unabhängigkeit 1975, zwischen 80.000 und 118.000 Bergarbeiter wanderten nach Südafrika. Mosambik lukriierte Einkommen durch Benutzungsgebühren der Eisenbahn und der Hafen im Land. Andererseits exportierte das Land Tee, Zucker, und seit den 70er Jahre Schrimps. Der Beira-Korridor besteht aus etwa 300 Kilometern Straße, Eisenbahn, und einer Ölpipeline. Nach der Unabhängigkeit Simbabwes wurde der Korridor der wichtigste Zugang zum Meer. Für die Länder ohne Zugang zum Meer - wie Sambia und Botswana - war der Korridor die Alternative zu Südafrika unter dem Apartheidregime. Mit dem Bürgerkrieg in Mosambik versandete Mitte der 80er Jahre der Hafen in Beira und wurde praktisch unbrauchbar. Die Anschläge von RENAMO auf den Korridor nahmen zu, und die Armee war zu schwach, um den Korridor zu verteidigen. Deshalb übernahm die Simbabwenische Armee die direkte Kontrolle über den Korridor. Erst Ende der 80er Jahre wurde mit internationalen Gelder der Hafen wieder nutzbar gemacht Die Autobahn, die Maputo direkt mit Witrand in Südafrika verbinden wird, ist im entstehen, auf südafrikanischer Seite mit einer rasenden Geschwindigkeit, in Mosambik etwas langsamer. Was wird der Korridor bringen? Sicherlich mehr Touristen aus Gauteng, mehr Verkehrstote, mehr Transportfahrten nach Maputo zum Hafen, mehr Allradtransporte mit mosambikanischem Fisch nach Johannesburg und Pretoria. Eine riesige Aluminiumschmeltze vor den Toren Maputos, MOZAL, wirbt für zukünftige Mitarbeiter.
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© Thomas Winderl 1998-2007 |
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